MedBQ Lts

Das Anforderungsprofil an das Leitstellenpersonal hat sich in den vergangenen Jahren deutlich gewandelt. Die rettungsdienstlichen Einsatzzahlen steigen kontinuierlich. Nicht-lebensbedrohliche Krankheitsbilder nehmen zu, die sich vielschichtig darstellen und eine differenzierte Bearbeitung in der Leitstelle erforderlich machen, um das jeweils geeignete Einsatzmittel auswählen und entsenden, bzw. darauf verweisen zu können. Durch Veränderungen in der ambulanten und stationären Versorgung nehmen Sekundärtransporte zu. Die Leitstelle entwickelt sich im Kontext der sektorenübergreifenden Betrachtung der Notfallversorgung zunehmend zu wesentlichen Schnittstellen, an denen Patientinnen und Patienten in die für sie passenden Versorgungswege geleitet werden müssen. Dies stellt hohe Anforderungen an das Leitstellenpersonal, welche sich zukünftig noch weiter ausdifferenzieren werden.

Daher müssen in der Leitstelle mit der Lenkung rettungsdienstlicher Einsätze beauftragte Personen hierfür über eine geeignete Qualifikation verfügen. Als geeignete Qualifikationen werden hier Personen benannt mit der Erlaubnis zum Weiterführen der bisherigen Erlaubnis zur Führung der Berufsbezeichnung Rettungsassistentin oder Rettungsassistent, oder Personen mit der Erlaubnis zur Führung der Berufsbezeichnung Notfallsanitäterin oder Notfallsanitäter. Personen mit der staatlichen Prüfung zur Rettungssanitäterin oder zum Rettungssanitäter werden hier als nicht ausreichend qualifiziert für diese medizinisch anspruchsvolle Tätigkeit angesehen. Allerdings nimmt die Ausbildung zum/zur Notfallsanitäter/in 3 Jahre in Vollzeit in Anspruch und die Ausbildung zum/zur Rettungsassistent/in wird nicht mehr angeboten. So dass eine Qualifizierung für die Tätigkeit in der Leitstelle eine lange Zeitspanne in Anspruch nehmen würde.

Aus diesem Grund hat das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfallen (MAGS) über einen Runderlass vom 19.12.2019 eine neue weitere geeignete Qualifikation ermöglicht. Diese bietet die Möglichkeit über eine spezialisierte modulare Ausbildung die Qualifikation „für mit der Lenkung rettungsdienstlicher Einsätze beauftragte Personen in der Leitstelle in Nordrhein-Westfallen“ zu erhalten. Mit dieser Qualifikation können nun Personen mit einer feuerwehrtechnischen Grundausbildung, einer Rettungssanitäter Urkunde und der modularen Ausbildung eine Tätigkeit als Leitstellendisponent antreten.

Daher haben wir als Notfallbildungszentrum uns entschlossen, für diese Qualifikation, angelehnt an die modulare Ausbildung des MAGS, eine einjährige Weiterbildung mit dem Titel „medizinische Basisqualifikation“ anzubieten. Aufgegliedert ist die Ausbildung in ein Basismodul, bestehend aus einem 6 Wochen Schulblock, und drei Aufbaumodulen, die nach einem jeweils 3 Monate dauernden Praxisblock in der Heimat Leitstelle im Notfallbildungszentrum stattfinden. Unterrichtsinhalte bestehen aus Anatomie, Physiologie und Pathophysiologie des menschlichen Körpers, Grundlagen im Medizinisch-rechtlichen Bereich, Grundlagen aus Verwaltung und Führung im Rettungsdienst und Notfallmedizinische Grundlagen, um eine korrekte Disposition vornehmen zu können.